bubbles no troubles©
treshers before breakfast
Date: Dienstag, 29. Mai 2001
Dive site: Monad Shoal (sunken island), Malapascua - Philippines
Um 5.03 h beginnen praktisch gleichzeitig meine "Shitizen" und der kleine
Weltempfaenger entnervend Alarm zu schlagen, die unchristliche Zeit bedarf
doppelter Sicherheit! In Malapascua, einer kleinen Insel noerdlich von Cebu,
ist es bereits Zeit unter dem Moskitonetz hervorzukriechen. 5.30 h legt hier das
Schiff der Sea Explorers-Basis fuer den "early morning dive" ab. Matthias,
ein Schwede, sitzt schon vor der Tauchbasis und ist heute der einzige Gast.
Die "low season" hat bereits begonnen und die Entfuehrungen plus
Bombenanschlaege haben ihre Auswirkungen gezeigt. Die Tauchflaschen werden
montiert und aufs Speedboat gebracht. Der letzte Schluck Kaffee, rein in den Anzug und weg.
Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten Richtung Osten, also direkt in die
aufgehende
Sonne. Das anschliessende Ankermanoever benoetigt nahezu gleich viel Zeit,
es
ist allerdings zu bemerken, dass es sich bei diesem Tauchplatz um eine
sogenannte "sunken island" handelt, d.h. eine Plattform in ca. 20 m Tiefe
"in the
middle of nowhere". GPS ist hier noch ein Fremdwort und die Peilpunkte nicht
einfach auszumachen. Dann endlich greift der Anker und wir tauchen am Seil
ab.
Langsam zieht das Plankton an unseren Tauchmasken vorbei, was durchaus nicht
immer der Fall ist, zuweilen stroemt es so stark, dass man sich
richtiggehend am Ankerseil herunterhangeln muss.
Irgendwann akzeptiert auch Matthias linkes Ohr den erhoehten Umgebungsdruck
und wir machen uns auf die Pirsch. Es vergehen keine 5 Minuten und die erste
Fuchshaisilouette hebt sich vom Hintergrund ab. Das ist die Haiart, von der
man bis anhin oft nur relativ schlechte Fotos in Bestimmungsbuechern
gefunden
hat. Seinen riesigen Fuchsschwanz schwingt er grazioes und langsam hin und
her, waehrend er seine Kreise ueber dem groesstenteils toten Riffplateau
zieht.
Dabei geht mir durch den Kopf, dass ich in der ganzen Zeit auf den Malediven
nur drei Fuchshaibegegnungen hatte. In der Zeit auf Cabilao Island
(Philippines) hatten wir des oefteren mal einen Fuchshai vor Augen, dort
allerdings
selten mit Gaesten und meist in Tiefen, die ausserhalb des
Sporttaucherlimits
lagen.
Und nun also hier das verrueckte Malapasua! Mikael, ein schwedischer
Diveguide, den ich nach seiner Saison in Malapascua auf Cabilao antreffe,
erzaehlt
mir, dass er in 5 Monaten bei jedem "early morning dive" mindestens eine
Fuchshaibegegnung hatte. Absolut unglaublich oder wie es Mikael ausgedrueckt
haette: "fucking amazing".
Da die Tauchtiefe ideal, sprich nicht zu tief ist, reflektiert das erste
Sonnenlicht auf den glatten Haikoerpern und laesst sie ganz hell, fast
goldfarben erscheinen. Die Brustflossen des "tresher sharks" sind
ueberdimensional
gross und man bekommt das Gefuehl, der Hai fliege auf Fluegeln durchs
Wasser.
Als er sich unserem Blickfeld entzieht, tauchen wir weiter, allerdings keine
30
m bis wir den naechsten "tresher" ausmachen koennen. Zuweilen kurven sie so
nahe an uns vorbei, dass man an der Bewegung des Auges erkennen kann, dass
er
uns mit seinen grossen schwarzen Kugelaugen beobachtet. Im Verlauf des
Tauchgangs schiebt sich dann auch noch zweimal ein Mobula (kleinere, leicht
modifizierte Ausgabe des Mantas) ins Blickfeld. Sind dann jeweils diese
saubloeden
Situationen, wo man als Taucher nicht weiss, was man sich jetzt denn
anschauen soll. Natuerlich (?) sehen wir auch noch 2 Fuchshaie zusammen ihre
Runden
drehen und "last but not least", vielleicht sollte man solche Dinge gar
nicht
schreiben, flattert noch ein richtig fettes Leintuch (Manta brevirostris)
vor
uns ueber das Plateau hinweg. Whau!
Nachdem sich der Aladin schon vor einer Weile mit einem "piep piep" zu Wort
gemeldet hat und wir bereits ein paar wenige Dekopunkte gesammelt haben,
geht`s ohne grosse Anstrengung zurueck ans Ankerseil. In den annaehernd 50
Minuten des eigentlichen Tauchganges, haben wir praktisch von Anfang bis
Ende, den
letzten sehen wir noch vom Ankerseil aus, Fuchshaie vor Augen.
Ca. 8.00 h sind wir zurueck auf der Insel. Sabin noch mit einem verklaerten
gluecklichen Gesichtsausdruck, bei Matthias bin ich mir nicht so sicher, ob
er mit seinen 30 Tauchgaengen sich im klaren ist, was er da gerade
aussergewoehnliches erlebt hat. Der Magen knurrt, it`s time for breakfast!
Biologie: (entnommen Fischfuehrer Suedostasien Helmut Debelius / Rudie
Kuiter)
Fuchshai (Alopias vulpinus) engl. Treshershark
Laenge: bis 4 m
Verbreitung: zirkumtropisch
Tiefe: 1 - 400 m
Allgemein: lebt in Kuestengewaessern ohne Bindung an Riffe (?). Schwimmt
aber in Lagunen hinein und an Dropoffs entlang. Eine furchtsame, sehr scheue
Art(??????).
D I V E L O G: Armin
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